TSV 1894 Kusterdingen e.V.

Manfred Rainer in Sibirien

Foto: Privat

Der „Baikal Ice Marathon“ auf dem zugefrorenen Baikalsee musste nach der Hälfte der Distanz abgebrochen werden. Wegen eines Sturmes war es einfach zu gefährlich weiterzulaufen. Somit ging die Halbmarathonzeit von Manfred Rainer in die Wertung ein.
Hier sein Erlebnisbericht:
Das Abenteuer ging für mich bereits am Freitag los und die Tage bis zum Start gab es ein Freizeit Programm über die Geschichte Sibiriens und den Baikalsee. Als ich am Samstag das erste Mal morgens um 7:00 Uhr auf dem Baikalsee bei -30 Grad trainier habe, war das schon ein sehr schönes und eigenartiges Gefühl. Um diese Uhrzeit war ich noch alleine unterwegs und habe das knistern von Eis gehört und immer wieder neue Risse entdeckt. Es war so kalt, dass ich nach dem fotografieren die Handschuhe gleich wieder angezogen habe. Trotzdem habe ich die Trainingsläufe genossen. Das rascheln von Eis und Schnee und diese Aussicht mit Sonnenaufgang war wunderschön und einmalig für mich.
Einen Tag vor dem Marathon sind wir auf die andere Seite vom See in ein Hotel gebracht worden. Dort war das Briefing und es gab die Startunterlagen. Ich bin zeitig ins Bett, habe aber sehr schlecht geschlafen und mir ging vieles durch den Kopf. Am nächsten Morgen, nach einem reichhaltigen Frühstück sind wir mit dem Bus zum Start ca. 70 Kilometer gefahren worden. Das Wetter war gut und windstill. Allerdings als es zum Start ging, kam ein leichter Sturm auf. Dann kam der Startschuss und es ging los. Die ersten Kilometer waren anstrengend, da man immer wieder im Schnee eingebrochen ist. Doch nach ca. 5 bis 6 Kilometer ging es besser und ich kam gut zurecht mit der Kälte und auch mit dem Lauf selbst. Die Versorgung war gut und ich war mit mir zufrieden. Als ich nach einer Zeit von 2:23:11 bei der Hälfte (Halbmarathon) ankam habe ich etwas gegessen und wollte weiterlaufen. Da wurde mir von der Organisation mitgeteilt, dass das Rennen vorbei wäre und ich nicht mehr weiterlaufen dürfte. Alle Läufer wurden aus Sicherheitsgründen von der Strecke geholt. Ich war frustriert und sehr unzufrieden. Es gab Läufer die bereits bei Kilometer 10 aus dem Rennen geholt wurden, es konnte leider niemand den Marathon finishen. Alle Läufer sind zum Start zurückgebracht worden. Dabei hatte man unterwegs gesehen, dass der Sturm immer heftiger geworden ist. Später hat sich der Frust ein wenig gelegt, denn ich bin wenigsten den Halbmarathon gelaufen. Abends gab es dann noch ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm mit essen, trinken, Musik und tanzen. Außerdem gab es noch Medaillen und ein T-Shirt. Am nächsten Morgen habe ich mit ein paar anderen Läufern noch einen Trainingslauf auf dem Baikalsee gemacht. Es war ein gelungener Abschluss trotz Laufabbruch.

http://www.baikal-marathon.org/